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Was macht eigentlich ein Friseur?

Friseurinnen und Friseure üben einen sehr alten und traditionellen Beruf aus. Die ältesten Überlieferungen zu diesem ehrenwerten Handwerk stammen aus Ägypten, wo man etwa 6.000 Jahre alte Tontafeln mit Darstellungen von Friseuren fand, die damals wahrscheinlich meistens Sklaven waren. Vor rund 5.000 Jahren konnte man in der beginnenden Bronzezeit schon sichelförmige Rasiermesser fertigen. Die antiken Römer erhoben das Handwerk zur Kunstform, ihre Friseurinnen hießen Kalamis vom altertümlichen Brenneisen Kalamister, mit dem sie die Haare wellten. Im europäischen Frühmittelalter frisierten Bader ihre Kunden. Es entstand das Berufsbild des Barbiers, das in der Neuzeit des 21. Jahrhunderts eine Renaissance mit den Barbershops nur für Männer erlebt. Barbiere waren allerdings im Mittelalter in geringem Umfang auch medizinisch tätig. Geläufige Tätigkeiten waren etwa der Aderlass und das Schröpfen, doch selbst vor dem Ziehen von Zähnen schreckten Barbiere nicht zurück. Mit den beginnenden Pestwellen in Europa starb das Berufsbild in dieser Form allerdings aus, weil Baderstuben auch Ansteckungsherde waren. Etwa im 16. Jahrhundert entstanden dann zunächst in Paris Coiffeure, die als wahre Haarkünstler nicht nur frisierten, sondern auch als Peruquiere Perücken herstellten. Die noch heute übliche Arbeitsteilung zwischen Friseuren, Perückenmachern, Barbieren, Badern und Wundheilern setzte sich erst im späten 18. Jahrhundert durch. Wie viel Interesse der Beruf auch in der jüngeren europäischen Geschichte erweckte, beweisen zwei Opern: Rossinis „Der Barbier von Sevilla“ und Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“. In Deutschland gehört das Friseurhandwerk seit 1953 zu den Gewerben für die Körperpflege, die der Obergruppe der Reinigungsgewerbe angehören.

Es gibt deutlich mehr Friseurinnen als Friseure, über 80 % der Beschäftigten in dieser Berufsgruppe sind weiblich. Dennoch gibt es nach wie vor sehr erfolgreiche und prominente Friseure wie etwa Udo Walz (1944 – 2020), zu dessen Kundinnen unter anderem Maria Callas, Marlene Dietrich, Twiggy, Désirée Nick, Sabine Christiansen, Sarah Connor, Heidi Klum, Claudia Schiffer, Julia Roberts, Gerhard Schröder, Angela Merkel, Naomi Campbell und (1970) auch Ulrike Meinhof (spätere RAF-Terroristin) gehörten. Friseure wie Udo Walz wurden und werden zu Stars wegen ihrer unerhörten Kreativität.

Die Berufsbezeichnung lautet Friseurin, Friseuse oder Frisörin bzw. Friseur oder Frisör. Jede dieser Schreibweisen ist erlaubt. In der Schweiz nennt man die Haarkünstler Coiffeuse und Coiffeur, international ist die Bezeichnung als Hairstylist üblich. Das französische Wort Friseur kommt aus dem Französischen und bezieht sich auf das „Zwirbeln“ oder „Kräuseln“ (frz. friser) der Haare. Allerdings nennen die Franzosen ihren Friseur inzwischen nur noch Coiffeur, das Wort Friseur ist dort praktisch ausgestorben.

Die Ausbildung dauert in Deutschland drei Jahre, es handelt sich um ein zulassungspflichtiges Handwerk. Friseurinnen und Friseure können dann den Abschluss als HandwerksmeisterIn absolvieren und einen eigenen Salon eröffnen. In diesem werden heute vielfach mehrere Leistungsstufen unterschieden, nämlich Jung-Stylist, Stylist (ab drei Jahren Berufserfahrung), Top-Stylist (ab fünf Jahren Berufserfahrung und mit gehobenem Können) sowie Master-Stylist (Abschluss als FriseurmeisterIn). Diese Stufen sind aber nicht zwingend vorgeschrieben.

Der Beruf erfordert viele Kenntnisse nicht nur zu Frisuren und dem nötigen Handwerkszeug, sondern beispielsweise auch zu Chemie und zur Biologie der Haare und der Kopfhaut. Darüber hinaus ist er bekanntermaßen sehr kundenorientiert: Friseurinnen und Friseure sind wahre Kommunikationskünstler, die tagtäglich mit rund sechs bis acht Kundinnen oder noch mehr männlichen Kunden einen kleinen Schwatz führen, um die Zeit zu überbrücken. Das will gekonnt sein. Die Bezahlung ist diesem Service leider nicht immer angemessen.

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