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Allgemeinmediziner

Der Allgemeinmediziner ist ein spezialisierter Facharzt. Die Allgemeinmedizin gehört in Deutschland zu den 33 Fachgebieten, in die sich die medizinischen Berufe unterteilen. Andere Länder haben ähnliche Aufteilungen, allerdings unterscheiden sich durchaus die Weiterbildungswege zwischen einzelnen Staaten. In Deutschland praktizieren mit Stand 2020 rund 44.000 Allgemeinmediziner, der größte Teil davon als niedergelassener Allgemeinarzt (etwa 32.000). Der Rest arbeitet in Kliniken und Krankenhäusern. Die DEGAM (Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin) hat über 7100 Mitglieder. Hausärztlich tätige Internisten und Ärzte der Notfallambulanzen müssen ebenfalls allgemeinmedizinische Aufgaben übernehmen.

Um Allgemeinmediziner zu werden, absolvieren die künftigen Ärzte zunächst das Studium der Humanmedizin und bilden sich dann zum Facharzt für Allgemeinmedizin fort. Es gibt für die erforderlichen Inhalte Vorgaben der Landesärztekammern und Empfehlungen der Bundesärztekammer. Die Dauer der Weiterbildung liegt mit Stand 2020 bei 60 Monaten. Mindestens 24 Monate davon entfallen auf die ambulante hausärztliche Versorgung, mindestens 12 Monate auf die stationäre Akutversorgung. Auch 80 Stunden psychosomatische Grundversorgung gehören zur Weiterbildung.

Allgemeinmediziner übernehmen die Grundversorgung von körperlich und psychisch erkrankten Patienten in Akutfällen und in der Langzeitversorgung. Zudem sind sie in der Prävention und Rehabilitation tätig. Sie sind die ersten ärztlichen Ansprechpartner bei einem Gesundheitsproblem, stellen die erste Diagnose, überweisen zum Facharzt oder leiten eine angemessene Therapie ein. Zu ihrer wichtigsten Aufgabe gehört das Erkennen eines abwendbar gefährlichen Verlaufes. Ein weiterer Schwerpunkt von Allgemeinmedizinern ist die Behandlung der chronisch erkrankten Patienten. Das sind unter anderem Menschen mit Bluthochdruck oder Diabetes. Auch in der Familienmedizin ist der Allgemeinmediziner als Hausarzt in der Regel der erste Ansprechpartner, wenn es gilt, die psychosozialen Konflikte zu bewältigen, die sich aus krisenhaften Familiengeschichten ergeben.

Krankenversicherungen sind in Deutschland verpflichtet, den Versicherungsnehmern einen Hausarzttarif anzubieten. Im Gegenzug sind die Patienten dazu verpflichtet, zunächst ihren Hausarzt – einen Allgemeinmediziner – zu konsultieren, der sie dann zum Facharzt überweisen kann. Durch diese Regelung haben die Allgemeinmediziner eine wichtige regulierende Funktion innerhalb des Gesundheitssystems: Ihre Diagnosen schützen es vor Überlastung, die durch unbegründete, voreilige Facharztbesuche entstehen würde.

Bei den Gebühren rechnen Allgemeinmediziner nach dem Hausarzttarif ab, der sich von vielen Facharzttarifen unterscheidet. Die Gebührenregelung ist in Teilen strittig und könnte angepasst werden. Immerhin verfügen Allgemeinmediziner trotz des gegenüber Fachärzten meistens niedrigeren Tarifes über ein breites Wissen. Gleichzeitig möchten sie in ihrer Tätigkeit nicht nur körperliche und psychische, sondern auch soziale und ökologische Aspekte ihrer Patienten berücksichtigen. Sie benötigen hierfür mehr Zeit pro Patient, was durch Kostendruck und die damit einhergehenden hohen Durchlaufzahlen unterwandert wird. Auch ihre Ausbildung steht diesem Anspruch teilweise entgegen, denn sie ist sehr somatisch ausgerichtet.

Ein maßgebliche Basis der Allgemeinmedizin ist die auf Dauer angelegte Beziehung zwischen dem Arzt und seinem Patienten. Der Arzt lernt durch diese enge Beziehung das soziale Umfeld des Patienten kennen und kann daraus dessen Vorgeschichte in Teilen ableiten. Ein fester Patientenstamm bringt außerdem den Vorteil mit sich, dass ein Allgemeinmediziner unter anderem das epidemiologische Geschehen in der vergleichsweise konstanten Kohorte seiner Patienten relativ gut einschätzen kann. Das erweist sich in epidemiologischen und pandemischen Lagen (wie der Corona-Pandemie des Jahres 2020) als ein Vorteil. Wenn irgendwo ein Superspreading-Event stattfand und/oder sich ein Hotspot entwickelt, dürften das die Allgemeinmediziner zuerst bemerken.

Der Allgemeinmediziner ist als Arzt sehr hoch angesehen, kann mit einem guten Einkommen rechnen und hat eine überaus abwechslungsreiche Tätigkeit. Wer es sich zutraut und einen langen Atem für das Studium hat, sollte diesen Beruf ins Auge fassen.